Zahlen/ Fakten/ aktueller Stand

(Stand: Februar 2018)

Asylbewerber und Migranten in der Stadt Spenge

Von den ursprünglich 320 Flüchtlingen aus dem Jahre 2016 leben jetzt noch ca. 230 hier in Spenge, unter ihnen ca. 80 Kinder. Sie besuchen die Schulen und Kitas. Es kamen in der Vergangenheit viele alleinstehende junge Männer im Alter von unter 20 – 30 Jahren, Frauen kamen kaum allein, eher als Familienfrauen. Im vergangenen Jahr (2017) sind gerade mal eine Handvoll Menschen als Familiennachzug gekommen.

Viele Personen haben Spenge inzwischen wieder verlassen. Vornehmlich aus den Balkanländern sind Asylanträge abgelehnt worden. Diese Menschen kehrten zum Teil in ihre Heimatländer zurück. Einige Personen (ca. 30 in 2016) sind damals aus Spenge mit unbekanntem Ziel abgereist.

Die Stadt Spenge hat momentan ihr Soll zur Aufnahme von Asylbewerbern zu 108% erfüllt, für den Familiennachzug erst zu 59%, d. h. es könnten noch ca. 58 Personen aufgenommen werden.

Die Kinder im Grundschulalter besuchen die Grundschule Spenge/Hücker-Aschen, wenige die Grundschule Spenge Land. Die älteren Kinder gehen in die Seiteneinsteigerklassen in Enger am Gymnasium und die meisten in die Internationale Klasse an der Gesamtschule Spenge. Gerade die jüngeren Kinder sprechen teilweise inzwischen akzentfrei Deutsch. Allerdings gibt es leider für etliche Kinder unter 3 Jahren keinen Platz im kommenden Kindergartenjahr 2018/2019.

Viele der Erwachsenen nehmen inzwischen an staatlichen Sprachkursen teil, einige sind in Praktika beschäftigt, andere haben schon den Einstieg in das Berufsleben gefunden. Erfreulich ist auch der Erwerb von Führerscheinen bei mindestens 5 Personen, einige haben auch schon ein Auto erworben.
Das sind erfreuliche Entwicklungen.

Lassen wir uns überraschen, wie viele Menschen tatsächlich noch kommen werden und wie die Integration der bei uns lebenden Menschen gelingen wird.

Herkunft und Fluchtursachen

Die Flüchtlinge kommen aus 3 Kernbereichen der Welt:Fluchtländer

  • Arabisch-asiatischer Bereich: z.B. Afghanistan, Irak, Iran, Syrien, Libanon, Aserbaidschan, Pakistan
  • Afrika: Nigeria, Ghana, Guinea, Eritrea
  • Balkanländer: Albanien, Mazedonien, Bosnien, Serbien, Kosovo.

Die Fluchtgründe sind sehr unterschiedlich: Krieg, politische Verfolgung, religiöse Unterdrückung, Korruption, Armut, Umweltkrisen.
In der Genfer Flüchtlingskonvention sind die Asylgründe definiert. Außerdem regeln Asylgesetze den Aufenthalt und Status der Flüchtlinge in Deutschland. Die Menschen kommen aus Kriegs- und Krisengebieten und den sog. sicheren Herkunftsländern. Man unterscheidet Migranten und Flüchtlinge. Migranten kommen aus Gründen einer besseren Lebensperspektive, Flüchtlinge kommen aus der Gefahr vor Verfolgung und Tod.

Unterkunft

Die Flüchtlinge in Spenge wohnen in Übergangsheimen und in diversen angemieteten Wohnungen. In den Wohnungen leben überwiegend Familien mit Kindern mit einer Bleibeperspektive.

Die Suche und Einrichtung von Wohnungen insbesondere für Familien mit Kindern war mit einem hohen Aufwand an Koordination von Möbelspenden, zeitlichem, handwerklich fachlichem und körperlichem Einsatz verbunden. Insgesamt sind durch die Hilfe des Vereins fast 40 Wohnungen eingerichtet worden. Insbesondere für den Einbau der Küchen und Aufbau von Möbeln war fachliches Know-how notwendig. Durch ehrenamtlichen Einsatz konnte für die Stadt Spenge viel Geld eingespart werden.

Trotzdem leben immer noch viele Menschen, insbesondere männliche Einzelpersonen, in 6 städtischen Unterkünften.

Die Unterkunft am Bahnhof ist zur Zeit leer und soll noch in diesem Jahr renoviert werden.

Zuwendungen

Die Asylbewerber haben Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Alleinstehende erwachsene Personen erhalten bei Unterbringung in einem Übergangsheim (Stand 2016) 327,98€/Monat (359,00€ Regelsatz). Andere Personen – je nach Stellung im Haushalt oder Alter – zwischen 295,07€ (323,00€ Regelsatz) und 210,61€ (217,00€ Regelsatz). Für die Unterbringung (Miete) einschließlich Heizung, Energie- und Nebenkosten erhebt die Stadt Spenge eine Gebühr von 126,90€ pro Person. In den privat angemieteten Wohnungen bezahlen die Mieter die Energiekosten selbst.

Ehrenamtliche Arbeit, Organisation und Ansprechpartner

Betreut werden die Flüchtlinge vom Sozialamt der Stadt Spenge, der Ausländerbehörde des Kreises Herford und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Seit Mai 2016 beschäftigt die Stadt Spenge zusätzlich im Sozialamt einen hauptamtlichen Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und arabischen Sprachkenntnissen als Integrationsassistenten. Zwei von der Stadt angestellte Hausmeister und ein großes Team ehrenamtlicher Mitarbeiter von Asyl Spenge kümmern sich in Kooperation mit dem Sozialamt der Stadt Spenge um die Unterbringung und sozialen Belange der Flüchtlinge. Regelmäßig Dienstag vormittags bietet der „Integration Point“ des Kreises Herford Gesprächstermine zur Arbeitsmarktintegration und zu Integrationskursen an.

Seit Januar 2014 wird 2 Mal wöchentlich ein Deutschunterricht in Kleingruppen angeboten. Unter Leitung von Karl Hankel und einem Team trifft sich der Deutschkurs jeweils montags und donnerstags vormittags von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr in den Räumen des Bürgerzentrums Spenge. In einem aus eigenen Mitteln gut ausgestattetem Raum findet gleichzeitig eine regelmäßige Kinderbetreuung statt. Jeden Freitagabend ab 19.00 ist das Bürgerzentrum offen für den Treff International (Ausnahmen, siehe Termine).

Daneben gibt es ein vielseitiges Programm an Freizeitaktivitäten und Angeboten zur Integration. Verschiedene Aktivitäten wie Betriebsbesichtigungen, Wanderungen, Ausflüge, Sport, Musik- und Kulturveranstaltungen unter Leitung von Karl Hankel sind für jeden Flüchtling offen und finden großes Interesse.

Neben dem Bereichen Deutschunterricht, „Treff International“ und Freizeitaktivitäten war das Bürgerzentrum auch Anlaufstelle für Kleiderspenden, Spenden zur Wohnungseinrichtung und Haushaltsausstattung. Der Bereich Kleiderspenden wurde inzwischen an die DRK-Kleiderkammer und die Recyclingbörse abgegeben.

Weitere Bereiche in der Flüchtlingsbetreuung sind die Begleitung und Unterstützung zu verschiedenen Behörden, Ärzten, Krankenhäusern, zu Juristen und zum Gericht. Der Übergang vom Sozialamt zum Jobcenter nach Anerkennung ist mit einer Vielzahl von Formalitäten verbunden. Ohne Beratung und Hilfe ist den Menschen das Ausfüllen der zahlreichen Formulare nicht möglich. Dazu kommen Anträge wie Kindergeld, Elterngeld und Unterstützung bei Anträgen in Schule und Kindergarten. Ebenso ist es häufig schwierig für die Flüchtlinge, die Bescheide des Bundesamtes zu verstehen und es braucht viel Zeit, den Menschen die fachlich formulierten Protokolle verständlich zu machen. Für manche Flüchtlinge bedeutet der Bescheid auch die Rückreise in ihr Heimatland. Das ist dann häufig mit emotionalen Gefühlen von beiden Seiten verbunden. Trotzdem gilt es natürlich, die Gesetze zu beachten und einzuhalten. Dieser Bereich wird überwiegend von Anne Beckmann betreut.

Spenden und Ausgaben

Aus der Bevölkerung kommen und kamen viele Spenden wie Kleidung, Wäsche, Haushaltsgegenstände und Möbel, die an die Flüchtlinge weitergegeben werden. Die Wohnungen sind fast komplett mit gespendeten Möbeln eingerichtet.
Gebrauchte Fahrräder dienen der Mobilität und sind sehr hilfreich. Viele Fahrräder sind inzwischen gespendet worden. Die Fahrräder werden auf Verkehrssicherheit überprüft. Der Sicherheitscheck und die Reparaturen haben schon viel Geld gekostet. Der Eigenanteil für ein Fahrrad beträgt 20 €, ebenfalls wird ein Eigenanteil von 20 € für Reparaturen erhoben. Des weiteren muss das Lehrmaterial für den Deutschunterricht finanziert werden, Fahrten und Konzertbesuche (Eigenanteil 5 €) kosten Geld.

Zahlreiche Sponsoring-Veranstaltungen wurden zugunsten der Flüchtlinge organisiert, z. B. Konzerte, Theateraufführungen, Tannenbaumaktion, Kollekten von Kirchen, aber auch viele kleine und große Einzelspenden.

Unsere Arbeit ist u.A. von diesen finanziellen Zuwendungen abhängig. Wer uns unterstützen möchte findet auf unserer Homepage unter Spenden alle nötigen Informationen.

Bitte unterstützen Sie uns!
Auch kleinere Spenden sind willkommen!

Der Verein Asyl Spenge e.V.

Das erste Treffen der Gruppe „Pro Asylbewerber Spenge“ fand am 29. November 2013 statt. Am 16. März 2016 wurde aus dieser Bürgerinitiative heraus der Verein Asyl Spenge e.V. gegründet. Damit gibt es einen geschäftsführenden Vorstand, bestehend aus:

der Vorsitzenden Annegret Beckmann,
dem Kassierer Karl Hankel,
der Schriftführerin Kristina Schröder.

Neue Mitglieder können sich über die Kontaktseite an uns wenden. Wir freuen uns über weitere Unterstützung!