Zahlen/ Fakten/ aktueller Stand

(Stand: 2. September 2020)

Asylbewerber und Migranten in der Stadt Spenge

Momentan leben 250 Geflüchtete hier in Spenge. Es kamen in der Vergangenheit viele alleinstehende junge Männer im Alter von unter 20-30 Jahren, Frauen kamen kaum allein, eher als Familienfrauen.

Von den 250 Geflüchteten sind 95 als Flüchtling anerkannt (Gewährung von Subsidiärem Schutz, Rechtsstellung als Flüchtling). Bislang sind 28 Personen als Familiennachzug zu uns gekommen, 4 davon im laufenden Jahr 2020. Für 38 Personen gilt ein Abschiebeverbot. Bei 82 Personen wurde der der Asylantrag abgelehnt, für die restlichen 7 Personen steht die Entscheidung noch aus.

Viele Geflüchtete haben Spenge auch wieder verlassen. Vornehmlich aus den Balkanländern sind Asylanträge abgelehnt worden. Diese Menschen kehrten zum Teil in ihre Heimatländer zurück.

Die Stadt Spenge hat ihr Soll zur Aufnahme von Asylbewerbern momentan zu 95% erfüllt, das Soll zur Aufnahme von anerkannten Flüchtlingen ist zu 50% erfüllt. Beide Werte gelten als „normal“.

Alle zugezogenen Kinder besuchen die Schulen und Kitas, die Kinder im Grundschulalter die Grundschule Spenge/Hücker-Aschen und die Grundschule Spenge Land. Die älteren Kinder gehen in die Seiteneinsteiger- und regulären Klassen in Enger am Gymnasium, die meisten in die Internationale Klasse an der Gesamtschule Spenge. Alle Kinder im Vorschulalter haben einen Kitaplatz bekommen. Gerade die jüngeren Kinder sprechen in der Regel inzwischen akzentfrei Deutsch.

Viele der Erwachsenen nehmen inzwischen an staatlichen Sprachkursen teil. Ca. 50% der Erwachsenen haben entweder durch Praktika oder Festanstellungen Einstieg in das Berufsleben gefunden. Erfreulich ist auch, dass etliche Personen bereits einen Führerschein erworben haben, viele davon besitzen  ein eigenes Auto.
Das sind erfreuliche Entwicklungen.

Lassen wir uns überraschen, wie viele Menschen tatsächlich noch kommen werden und wie die Integration der bei uns lebenden Menschen gelingen wird.

Herkunft und Fluchtursachen

Die Flüchtlinge kommen aus 3 Kernbereichen der Welt:Fluchtländer

  • Arabisch-asiatischer Bereich: z.B. Afghanistan, Türkei, Irak, Iran, Syrien, Libanon, Aserbaidschan, Pakistan
  • Afrika: Nigeria, Ghana, Guinea, Eritrea
  • Balkanländer: Albanien, Mazedonien, Bosnien, Serbien, Kosovo.

Der überwiegende Teil der Spenger Flüchtlinge kommt aus Syrien, gefolgt von Irak, Afghanistan, Nigeria, Türkei und Libanon. Die Fluchtgründe sind sehr unterschiedlich: Krieg, politische Verfolgung, religiöse Unterdrückung, Korruption, Armut, Umweltkrisen.
In der Genfer Flüchtlingskonvention sind die Asylgründe definiert. Außerdem regeln Asylgesetze den Aufenthalt und Status der Flüchtlinge in Deutschland. Die Menschen kommen aus Kriegs- und Krisengebieten und den sog. sicheren Herkunftsländern. Man unterscheidet Migranten und Flüchtlinge. Migranten kommen aus Gründen einer besseren Lebensperspektive, Flüchtlinge kommen aus der Gefahr vor Verfolgung und Tod.

Unterkunft

Die Flüchtlinge in Spenge wohnen in diversen angemieteten Wohnungen und zum Teil in Übergangsheimen. In den Wohnungen leben überwiegend Familien mit Kindern mit einer Bleibeperspektive. Von den maximal zur Verfügung stehenden 222 Plätzen in den Übergangsheimen sind momentan 95 Plätze belegt.

Die Suche und Einrichtung von Wohnungen insbesondere für Familien mit Kindern war mit einem hohen Aufwand an Koordination von Möbelspenden, zeitlichem, handwerklich fachlichem und körperlichem Einsatz verbunden. Im Laufe der Zeit sind durch die Hilfe des Vereins fast 50 Wohnungen eingerichtet worden. Insbesondere für den Einbau der Küchen und Aufbau von Möbeln war fachliches Know-how notwendig. Durch ehrenamtlichen Einsatz konnte für die Stadt Spenge viel Geld eingespart werden.

Trotzdem leben insbesondere männliche Einzelpersonen noch in 9 städtischen Unterkünften.

Zuwendungen

Die Asylbewerber haben Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Stand 2016:
Alleinstehende erwachsene Personen erhalten bei Unterbringung in einem Übergangsheim 327,98€/Monat (359,00€ Regelsatz). Andere Personen – je nach Stellung im Haushalt oder Alter – zwischen 295,07€ (323,00€ Regelsatz) und 210,61€ (217,00€ Regelsatz). Für die Unterbringung (Miete) einschließlich Heizung, Energie- und Nebenkosten erhebt die Stadt Spenge eine Gebühr von 126,90€ pro Person. In den privat angemieteten Wohnungen bezahlen die Mieter die Energiekosten selbst.

Ehrenamtliche Arbeit, Organisation und Ansprechpartner

Betreut werden die Flüchtlinge vom Sozialamt der Stadt Spenge, der Ausländerbehörde des Kreises Herford und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Seit Mai 2016 beschäftigt die Stadt Spenge zusätzlich im Sozialamt einen hauptamtlichen Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und arabischen Sprachkenntnissen als Integrationsassistenten. Zwei von der Stadt angestellte Hausmeister und ein großes Team ehrenamtlicher Mitarbeiter von Asyl Spenge kümmern sich in Kooperation mit dem Sozialamt der Stadt Spenge um die Unterbringung und sozialen Belange der Flüchtlinge. Regelmäßig bietet der „Integration Point“ des Kreises Herford Gesprächstermine zur Arbeitsmarktintegration und zu Integrationskursen an.

Bereits seit Januar 2014 wird 2 Mal wöchentlich ein Deutschunterricht in Kleingruppen angeboten. Unter Leitung von Karl Hankel und einem Team trifft sich der Deutschkurs jeweils montags und donnerstags vormittags von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr in den Räumen des Bürgerzentrums Spenge.

Daneben gibt es ein vielseitiges Programm an Freizeitaktivitäten und Angeboten zur Integration. Verschiedene Aktivitäten wie Betriebsbesichtigungen, Wanderungen, Ausflüge, Sport, Musik- und Kulturveranstaltungen unter Leitung von Karl Hankel sind für jeden Flüchtling offen und finden großes Interesse.

Neben dem Bereichen Deutschunterricht und Freizeitaktivitäten war der Dachboden des Bürgerzentrums bis 2016 auch Anlaufstelle für Kleiderspenden, Spenden zur Wohnungseinrichtung und Haushaltsausstattung. Der Bereich Kleiderspenden wurde inzwischen an die DRK-Kleiderkammer und die Recyclingbörse abgegeben.

Weitere Bereiche in der Flüchtlingsbetreuung sind die Begleitung und Unterstützung zu verschiedenen Behörden, Ärzten, Krankenhäusern, zu Juristen und zum Gericht. Der Übergang vom Sozialamt zum Jobcenter nach Anerkennung ist mit einer Vielzahl von Formalitäten verbunden. Ohne Beratung und Hilfe ist den Menschen das Ausfüllen der zahlreichen Formulare nicht möglich. Dazu kommen Anträge wie Kindergeld, Elterngeld und Unterstützung bei Anträgen in Schule und Kindergarten. Seit sich viele Flüchtlinge in Berufssituationen befinden, ergibt sich als neue Herausforderung die individuelle Fachspezifische Unterstützung (Hierbei benötigen wir noch dringend Unterstützung!). Ebenso ist es häufig schwierig für die Flüchtlinge, die Bescheide des Bundesamtes zu verstehen und es braucht viel Zeit, den Menschen die fachlich formulierten Protokolle verständlich zu machen. Für manche Flüchtlinge bedeutet der Bescheid auch die Rückreise in ihr Heimatland. Das ist dann häufig mit emotionalen Gefühlen von beiden Seiten verbunden. Trotzdem gilt es natürlich, die Gesetze zu beachten und einzuhalten. Dieser Bereich wird überwiegend von Anne Beckmann betreut.

Spenden und Ausgaben

Aus der Bevölkerung kommen und kamen viele Spenden wie Kleidung, Wäsche, Haushaltsgegenstände und Möbel, die an die Flüchtlinge weitergegeben werden. Die Wohnungen sind fast komplett mit gespendeten Möbeln eingerichtet.
Gebrauchte Fahrräder dienen der Mobilität und sind sehr hilfreich. Viele Fahrräder sind inzwischen gespendet worden. Die Fahrräder werden auf Verkehrssicherheit überprüft. Der Sicherheitscheck und die Reparaturen haben schon viel Geld gekostet. Der Eigenanteil für ein Fahrrad beträgt 20 €, ebenfalls wird ein Eigenanteil von 20 € für Reparaturen erhoben. Des weiteren muss das Lehrmaterial für den Deutschunterricht finanziert werden, Fahrten und Konzertbesuche (Eigenanteil 5 €) kosten Geld.

Zahlreiche Sponsoring-Veranstaltungen wurden zugunsten der Flüchtlinge organisiert, z. B. Konzerte, Theateraufführungen, Tannenbaumaktion, Kollekten von Kirchen, aber auch viele kleine und große Einzelspenden.

Unsere Arbeit ist u.A. von diesen finanziellen Zuwendungen abhängig. Wer uns unterstützen möchte findet auf unserer Homepage unter Spenden alle nötigen Informationen.

Bitte unterstützen Sie uns!
Auch kleine Spenden sind willkommen!

Der Verein Asyl Spenge e.V.

Das erste Treffen der Gruppe „Pro Asylbewerber Spenge“ fand am 29. November 2013 statt. Am 16. März 2016 wurde aus dieser Bürgerinitiative heraus der Verein Asyl Spenge e.V. gegründet. Der geschäftsführende Vorstand, besteht aus:

der Vorsitzenden Annegret Beckmann,
dem Schriftführer Samir Al Najjar,
dem Kassierer Karl Hankel.

Neue Mitglieder können sich über die Kontaktseite an uns wenden. Wir freuen uns über weitere Unterstützung!